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"Nun lass' doch mal Deine Nase..!"

Diese Zeit ist irgendwie so speziell gerade... Gestern schien mir alles noch so gut. Verantwortungsvoll handeln, neue Wege finden, alles im Fluss. Neue Kontakte entstehen, neue Solidarität wird gelebt, alles ist so schön.

 

Und dann hat es mich eisḱalt erwischt: wirre Gedanken, angefeuert durch (zu viele) Nachrichten aus dem Netz und durch den Anblick der leeren Regale im Discounter. Ich fühle mich wie mitten in dem Film "I am Legend". Gruselig. Ich beginne, mir alle Maßnahmen aufzuzählen, die mir gerade einfallen:

 

Wir sollen uns die Hände waschen, ja, ja, ein alter Hut. Mach ich doch! Oder doch nicht oft und gut genug? Und was, wenn ich schon seit Tagen Überträgerin bin??

 

Und bloß nicht ins Gesicht fassen!! Unweigerlich muss ich an Loriot denken: "Nun lass' doch mal Deine Nase..!" - Die Älteren werden sich erinnern. :-)

Je häufiger ich denke: "Jetzt aber bloß nicht ins Gesicht fassen!", desto häufiger jucken alle möglichen Stellen im Gesicht. Geht Euch das auch so?? Und ich bekomme plötzlich Nasenkribbeln, Halsschmerzen, überhaupt fühle ich mich scheußlich, bestimmt bin ich krank...

 

HALT! STOP! Wo bin ich denn da hineingeraten? Ich bin quasi in ein "Feld der Angst" hineinge"morpht". Kaum wahrgenommen, atme ich einmal tieeeeeeef durch. Und frage mich, eingedenk meines wunderbaren Jin Shin Jyutsu Lehrers Matthias Roth (bei Fragen dazu: gern per Email, kann ich nur empfehlen, möchte aber hier nicht herummissionieren!): "Wie geht es mir JETZT, in diesem Augenblick?"

 

Und ich muss sagen: Jetzt, gerade jetzt, geht es mir gut. Sehr gut sogar. Ganz ohne Euphorie. Ich bin gesund. Meine Lieben sind gesund. Ich habe genug zu Essen, Trinken, Lesen, Musik, Gesellschaft und ausreichend Kreativpotenzial. Ich atme tiefer und tiefer. Mein Geist beruhigt sich.

 

Wir werden da schon durchkommen, durch diese Zeit. Auf jeden Fall. Und meine heilsame Beschäftigung für heute ist: Nähen! Ich werde mir etwas Schönes, Buntes nähen, obwohl ich auch den Leolook vom Foto total liebe... Aber heute darf es bunt sein. Damit die trüben Gedanken keine weitere Nahrung mehr bekommen.

 

Was es jetzt braucht: ganz viel in mich hineinspüren und schauen, was ich aus meiner besten Abteilung in die Welt hinausgeben kann.

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