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Als sei es mein erster Tag

Neuanfang
Ein neuer Tag. Mein erster Tag!

Gestern Morgen erfuhr ich aus meinem News-Feed, dass Ian Harris, einer meiner Jin Shin Jyutsu Lehrer, gestorben ist. Ich hatte das letzte Mal vor ca.15 Jahren ein Seminar bei Ian besucht und hatte ihn seither nicht mehr persönlich getroffen. Dennoch gehört er zu den Menschen in meinem Leben, die einen ganz, ganz tiefen Eindruck hinterlassen haben.

 

Ich bin dann ganz spontan (und ohne große strategische Überlegungen) dem Aufruf der offiziellen Jin Shin Jyutsu Website gefolgt und habe ein Gedenken an Ian in meiner Story gepostet. Mit verwirrenden Konsequenzen, weil ich nahezu nichts dazu kommentiert habe und manch eine Frage aufgeworfen habe. Aber das spielt keine Rolle, ich wollte einfach Ian würdigen. Ich erinnere mich noch sehr gut an seinen feinen Humor und seine zurückhaltende Art, die dennoch eine unglaubliche Stärke ausgestrahlt hat. Mir ist noch sehr präsent, wie er in einem Seminar sehr klar und bestimmt auf die Frage einer Teilnehmerin („aber ich muss doch xxxx tun, und dann muss ich doch auch noch yyy tun, wie soll ich das denn schaffen?“) antwortete: „Ich muss GAR nichts.“ Dann setzte er sich hin, legte die Beine überkreuzt auf den Tisch und fuhr fort: „Ich muss einatmen. Und dann ausatmen. Sonst muss ich gar nichts.“ Großartig. So ist er mir in Erinnerung geblieben. Ich bin sehr dankbar für die Begegnung und alles, was ich von Ian lernen durfte.

 

Und gestern dann die schlichte Nachricht, er sei eines natürlichen Todes gestorben.

 

Ebenfalls gestern hatte ich das große Glück, an dem monatlichen Jin Shin Jyutsu Live Webinar von Matthias Roth teilzunehmen, der ganz wunderbare Erinnerungen an Ian mit uns teilte. Sehr eindrücklich ist für mich gewesen, dass Ian nach dem Motto gelebt und gehandelt habe: „Nicht, als ob es mein letzer Tag sei – nein, ich lebe so, als ob dies mein erster Tag sei!“ Natürlich! Der letzte Tag (vorausgesetzt, ich weiss, dass es danach zu Ende ist) ist von einem derartigen Leistungsdruck durchsetzt, dass ich gar nicht zum Atmen komme. Der erste Tag hingegen: welch Wonne! Welch Freude! Alles, alles ist neu und will entdeckt werden! Wie wunderbar. Ich nehme dieses Mantra (denn so empfinde ich diese Haltung) in mich auf und freue mich darauf, es ganz vorsichtig auszuprobieren. Diesen Tag zu leben, als sei es mein Erster.

 

Danke, Ian, für dieses Vermächtnis. Und danke, Matthias, fürs Teilen dieser Erinnerung.

 

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